Das Schloss

Das Landstallmeisterhaus
Friedrich Wilhelm Otto Freiherr von Quadt ließ zwischen 1746 und 1772 durch den aus Maastricht stammenden Baumeister Matthieu Soiron anstelle der spätmittelalterlichen Wasserburg Wickrath ein achsialsymmetrisch geplantes Barockschloss erbauen.
In einer für das gesamte Rheinland einmaligen kronenförmigen, von Weihern und Lindenalleen geprägten Parkanlage entstand in der Niersaue nach französischen Vorbildern eine absoluttistischem Selbstverständnis folgende, in Vor- und Hauptburg gegliederte Schlossanlage.
Den baulichen Kern der Vorburg bilden zwei einen Innenhof flankierende Gebäudekomplexe mit Pavillons (Orangerie). Durch die Karotte ist die Vorburg von der Hauptinsel getrennt, wo in Verlängerung der Trompetenallee das über hohem Sockel erbaute, dreigeschossig-repräsentative Herrenhaus (Chateau de Wyckradt) stand.
Bereits 1859 wurde es wegen Baufälligkeit und gegen den erfolglosen Widerstand der Wickrather Bevölkerung abgerissen.
An seiner Seite errichtete man 1875/76 das Landstallmeisterhaus als Wohnhaus für den Gestütsdirektor, der ab Ende des 19. Jh. Leiter des 1892 in Wickrathgegründeten und für die Pferdezuch im Rheinland richtungsweisenden Rheinischen Landgestüts war.
Zu Beginn des 20. Jh. wurde das klassizistische Backsteingebäude nach Westen durch einen Anbau erweitert und in Anpassung an die Vorburg in neobarocken Formen umgestaltet.

Der Staudengraben, Karotte
Zwischen 1855 und 1887 wurde die Karotte zur Entlastung der Niers durch den Garten geleitet. Über die Entstehung ihres Namens ist nichts bekannt. Aks barocker Graben, der als breiter Wasserspiegel angelegt war, trennte die Karotte die Vor- und die Hauptburginsel und bildet auch heute noch einen Einschnitt vor dem eigentlichen Park.
Der Graben war im Laufe der Zeit zugewachsen und verwildert, heute sind das Grabenprofil und damit die Blickachsen zwischen Vor- und Hauptburg wieder geöffnet und der Graben als gartenkünstlerische Installation zum Lauf der Karotte mit den Augen folgen, ein vielfältiges Blumenmeer genießen und verschiedene Irisarten, Knöterich, Geisbart, Straussfarn, Riesenpfeifengras oder Vergissmeinicht entdecken.
Wer sich mit dem Blick von oben nicht begnügen möchte, kann die Pflanzenwelt im Karottegraben auf einem begehbaren Pfad unmittelbar erleben.